Hallo Liebe Schwester,
Ich hoffe es geht dir gut? Was ich von mir leider nicht behaupten kann. Ich habe einen schrecklichen Tag hinter mir. Ich weiß nicht, ob du davon gehört hast. Doch heute wurde im Wald ein Schulmädchen mit einem Rasiermesser ermordert. *Grausam* Dieser Mord belastete mich fürchterlich, gerade weil die Eltern des Mädchens benachrichtigt werden mussten und niemand diese Position übernehmen wollte. Schließlich blieb es an mir hängen. Ich war sehr aufgeregt, dass ich mich sogar zu Fuß auf den Weg machte, um mir unterwegs noch Gedanken machen zu können, wie ich es ihnen am besten sagen könnte. Immerhin ist es nicht leicht Eltern mitteilen zu müssen, dass die Tochter oder der Sohn gestorben ist. Als ich dort ankam, sah ich den Vater Holz hacken. Dieses machte mir, wenn ich ehrlich bin schon ein wenig Angst. Ich hätte ja nicht wissen können, wie sie reagieren würden. So schwer mir das auch fiel, wagte ich es zu klingeln. Die Mutter öffnete mir die Tür und bat mich hinein. Der Vater unterhielt sich feundlich mit mir, während ich mir überlegte, wie ich es am besten sagen könnte. Einige Minuten später stellte ich ihm Fragen über seine Tochter, was ihn schon stutzig machte. Doch nicht lange redete ich um den heißen Brei, weil ich es unbedingt hinter mich bringen wollte. Ich sagte ihm, dass seine Tochter mit einem Rasiermesser ermordet wurde. Beide Elternteile waren schockiert. Plötzlich fing Herr Moser an zu schreien und weinen, während Frau Moser immer noch voller Schock an der Tür stand und sich keinen Schritt bewegte. > Ich war verzweifelt und trauig < Nach einigen Minuten stellte die Mutter mir Fragen. Sie wollte wissen wer der Mörder war. Ich konnte ihr diese Frage leider nicht beantworten. Daraufin wollte sie, dass ich ihr verspreche den Mörder zu finden. Dieses Versprechen gab ich ihr und es dauerte nicht lange, dass sie mich wegschickte. Bevor ich ging, wollte ich noch gerne etwas tröstendes sagen, doch mir fiel nichts anderes ein als “TUT MIR LEID”. Es gibt nichts schlimmeres als Menschen solche traurigen Nachrichten überbringen zu müssen.
Ich musste meine Probleme unbedingt auf Papier bringen, damit ich mich etwas besser fühle. Da ich dir vertraue und du total wichtig für mich bist, habe ich beschlossen es dir zu erzählen.
Ps: Ich hoffe ich habe dich mit dem Brief nicht belästigt.
Liebe Grüße
Dein Bruder Matthäi
Meltem & Esra